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2. Landesmitgliederversammlung der Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten

(KF) Am Samstag, dem 22. November 2003 fand im „Steigenberger Hotel Sonne“ in Rostock das Jahresabschlusstreffen der Vereinigung statt. Als Referenten konnten wir den Bundesvorsitzenden der Vereinigung, Hans-Jochen Weidhaas, begrüßen, der in gewohnt kompetenter Weise über das GMG informierte. Er ging dabei auf zu erwartende Veränderungen in den Versorgungsstrukturen und die integrierte Versorgung ein und berichtete umfänglich und aktuell über die anstehende KBV/KV-Reform. Auf KBV- und KV-Ebene werden die Vorstände verkleinert und nur noch aus drei hauptamtlichen Mitgliedern bestehen: ws. ein Hausarzt, ein Facharzt und ein Jurist. Es bestehe jedoch die Möglichkeit einer Kooptierung weiterer Vorstandsmitglieder. Die Amtszeiten, auch der VVen, wird auf 6 Jahre verlängert. Es bleibt leider bei der 10% -Regelung der Vertretung von PP/KJP in den VVen, so dass es nur für die Ärzte ein echtes Verhältniswahlrecht geben wird. Auch medizinische Versorgungszentren mit angestellten Ärzten/PP/KJP werden Mitglieder der KVen.

Die PP/KJP werden mit 5-6 Mitgliedern in der VV der KBV vertreten sein, die von den PP/KJP-Vertretern der regionalen KVen gewählt werden sollen.

Ab dem 01.01. 2007 werden die HVMs über alle KVen vereinheitlicht, es muss darüber zwischen Krankenkassen und KVen Einvernehmlichkeit hergestellt werden, so dass die Krankenkassen dann unmittelbar Verantwortung für die Honorarverteilung an einzelne Fachgruppen übernehmen müssen.

Zu der uns alle beschäftigenden Frage der Praxisgebühr ab 2004 war zu erfahren, dass dieses Thema ans Schiedsamt verwiesen wurde, das Anfang Dezember 2003 (KF; aktuelle Info von heute: ws. am 08.12.03) dazu eine Entscheidung treffen wird. Die Krankenkassen vertreten die Auffassung, dass es den zahnärztlichen, den vertragsärztlichen und den psychotherapeutischen Versorgungsbereich gibt, in denen im Falle einer Inanspruchnahme durch den Patienten jeweils 10 € zu zahlen wären. Die KBV, das BMGS und die psychotherapeutischen Berufsverbände sind der Ansicht, dass die Psychotherapeuten Teil der vertragsärztlichen Versorgung sind und eine Benachteiligung psychisch Kranker bei den Praxisgebühren nicht hinzunehmen ist.

Der Bundesausschuss Ärzte-Krankenkassen wird um die Vertreter des stationären Sektors in Gestalt der Deutschen Krankenhausgesellschaft erweitert. In seiner besonderen Zusammensetzung für Fragen der Psychotherapie werden diesem Ausschuss 5 PP/KJP und 5 ÄP angehören. Das laut GMG zu bildende Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen wird sich sehr wahrscheinlich relativ bald mit der Gesprächspsychotherapie und der Neuropsychologie befassen. Ab 01.07. 2004 wird der neue EBM in Kraft treten, zum gleichen Termin hat der Patient die Möglichkeit, eine sog. „Patientenquittung“ von uns zu verlangen. Die notwendigen Informationen zur praktischen Umsetzung werden uns wohl wie gehabt erst kurz vor Termin erreichen.

Jochen Weidhaas berichtete von den Bemühungen der Vereinigung zur Berücksichtigung psychotherapeutischer Kompetenzen in die DMPs, die durch einen Vorwegabzug aus der Gesamtvergütung von 1 % finanziert werden sollen. Gemeinsam mit dem Hausärzteverband und der DGPPN werde auf Bundesebene das neue DMP „Depression“ erarbeitet.

Die Vereinigung hat mit dem VdAK und dem Dptv eine Expertentagung zum Thema DMP durchgeführt, in dessen Ergebnis ein Projekt zur integrierten sozial-psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen erarbeitet wurde. Der VdAK wird dieses Projekt in seine Projektliste zur integrierten Versorgung aufnehmen. Zu den landespolitischen Themen, die auch natürlich auch Teil der Tagesordnung der 2. LMV waren, informiere ich Sie nach dem Treffen des IG-Sprecherrates am 03.12.03, zu dem unser VV-Vertreter eingeladen wurde, in einem Mitgliederbrief. Sie erhalten dann auch das Beschlussprotokoll der LMV. Den PowerPoint-Vortrag von Jochen Weidhaas zum GMG können Mitglieder der Vereinigung in der Landesgeschäftsstelle per eMail anfordern.