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Umfrage des Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung der KBV (ZI) zu Praxiskosten 2006


(KF) Kaum ist eine Umfrage vorbei, erreicht uns schon die nächste. Diesmal wieder die altbekannte Umfrage des ZI der KBV zu den Praxiskosten an einer ausgewählten Stichprobe. Der Kollege Gebhard Henschel vom Bundesvorstand unseres Verbandes hat zu einer möglichen Beteiligung an dieser Umfrage eine Stellungnahme geschrieben, die ich hier vollständig zitiere:


Eine Anfrage beim Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung Berlin, Herr Dipl.-Kfm. Wolfgang Bogumil, ergab: Im Rahmen der jährlichen Erhebung (Zeitreihenerhebung) der Kostenstruktur der vertragsärztlichen/vertragspsychotherapeutischen Praxen sind die Fragebögen zur Erhebung der Praxiskosten für das Jahr 2006 gem. § 85, Abs.3 SGB V verbunden mit einer Sondererhebung der Arbeitsbelastung der Praxisinhaber (2006) sowie der Praxispersonals (2005/2006) an die KollegInnen verschickt worden.

Die Beantwortung kann, mit Rücksicht auf den noch nicht vorliegenden Steuerbescheid aus 2006, bis Ende 2007/ Anfang 2008 erfolgen.

Angeschrieben sind 10 % der PP/KJP, 20 % der psychotherapeutisch tätigen Ärzte und in den neuen Bundesländern alle psychotherapeutisch Tätigen.

Die Facharztgruppen und Allgemeinärzte sind ebenso unterschiedlich erfasst.

Die Teilnahme ist freiwillig, die Auswertung erfolgt anonym.

Die erneute Befragung, nach der durchaus positiv verlaufenden Erhebung der Praxiskosten durch die Firma Prime Networks, im Vorfeld der EBM 2008 Entwicklung, stellt eine besondere Herausforderung an die Motivation unserer KollegInnen dar.

Allein die für 2005 ermittelten Praxiskosten in Höhe von 37000,- Euro, die unmittelbar in die Aufwertung der Punktzahl für unsere Leistungen eingeflossen sind, sollten unseren sportlichen Ehrgeiz ansprechen, auch für diese Erhebung geeignete Teilnehmer zu motivieren.

Insbesondere diejenigen, die an der Erhebung durch die KBV teilgenommen haben, sollten sich, entsprechend routiniert, angesprochen fühlen.

Die Ergebnisse dieser Studie werden die Glaubwürdigkeit vergangener Befragungen unterstützen können und der KBV wichtiges Datenmaterial für die weitere EBM Entwicklung und Kostenkalkulation des folge Jahres 2006 liefern.

Es wird auch in dieser Erhebung darum gehen, die Praxiskosten sachgerecht und umfassend abzubilden sowie alle Praxisbezogenen Arbeitsstunden so zu erfassen, dass ein realistisches Bild unserer Praxisstrukturen entsteht.

Einige Hinweise seien hier gegeben um insbesondere diejenigen zu beraten, die ohne einen Steuerberater und in Klein/Sparpraxen ihrer Profession nachgehen.

Es ist davon auszugehen, dass das ZI auch in dieser Erfassung die Praxen in unterschiedlichen Umsatzklassen zusammenfassen wird. Das BSG geht bisher von Praxiskosten in Höhe von ca. 47.000,- Euro (ca. 41 %) einer voll ausgelasteten Praxis aus.


Erhebung der Praxiskosten für das Jahr 2006


A. Allgemeine statistische Daten


A2. Zulassungs-Fachgebiet

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind hier nicht vorgesehen – sie sollten ihre Profession gesondert vermerken.


A 8. Anzahl der GKV-Abrechnungsfälle pro Jahr insgesamt

Anzugeben sind alle, mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechneten Fälle, der vier Quartale des Jahres 2006. Ein Patient, der über vier Quartale behandelt wurde, zählt als vier Fälle.


B. Einnahmen bezogen auf die einzelne Praxis oder Gemeinschaftspraxis (lt. steuerlicher Gewinnermittlung) in Euro


Die Einnahmen und Ausgaben sind der Steuerlichen Gewinnermittlung, die i. d. R. durch den Steuerberater erstellt wird, zu entnehmen. Das ZI erreicht durch dies gem. Datenbasis so eine Vergleichbarkeit verschiedener Leistungserbringer und Gruppen von Leistungserbringern.


B 1. Zahl der Abrechnungsmonate

Hier wird erfragt, ob Sie in 2006 ganzjährig an der Vertragsärztlichen Versorgung teilgenommen haben. Abwesenheit auf Grund von Urlaub oder Krankheit werden nicht abgezogen jedoch Reduzierungen durch Neu-Niederlassung, Unterbrechungen durch Schwangerschaft und Erziehungszeiten.


B 2. Gesamteinnahmen (KV-Honorar, Privatliquidationen sowie Umsatz als Durchgangs- oder Knappschaftsarzt)

Die Gesamteinnahme Ihrer Praxis ist die Summe der Einnahmen sämtlicher kassen- und Privatbehandlungen soweit sie die Einnahmen in 2006 erhalten und versteuert haben.


B 3. davon KV-Honorar

Bitte beachten Sie: Hier sind die in 2006 auf Ihr Konto eingegangenen und versteuerten KV Honorare zu nennen (zuzüglich eventuell einbehaltener Praxisgebühren) – abzüglich möglicher Nachvergütungen aus den Klageverfahren bezügl. der Honorierung der genehmigungspflichtigen Leistungen. Eventuelle Nachvergütungen, der Großteil wird bereits in 2005 geflossen sein, erwähnen Sie bitte gesondert.


C. Betriebsausgaben bezogen auf die einzelne Praxis bzw. Gemeinschaftspraxis (lt. steuerlicher Gewinnermittlung) in Euro


C 1. Summe der Betriebsausgaben

Hier sind alle steuerlich relevanten Kosten Ihrer Praxisführung zu nennen.

Das sind die Personalausgaben, Abschreibungen, Raumkosten, Betriebsmittel, Fortbildungskosten etc..

Absetzbar sind Supervisions- und Fortbildungskosten, Beiträge für Berufs- und Fachverbände, Kammerbeiträge, KV – Verwaltungskosten, Beiträge zu Praxis bedingten Versicherungen, Fachbücher, Fachzeitschriften, Wartezimmerbedarf, Putzmittel, alle Betriebsmittel wie Papier und Briefmarken, Telefonkosten, Internetkosten etc..

Absetzbar sind beruflich bedingte Fahrtkosten und die Kosten eines beruflich genutzten PKW, Praxiseinrichtung und Ausstattung, Bilder, Kerzen Teppiche etc..

Betriebsausgaben entstehen durch den zusätzlich, am Wochenende genutzten Arbeitsraum (z.B. in Ihrer Wohnung) für das Erstellen von Berichten und anderen Leistungen für den Praxisbetrieb. Die in diesem Rahmen entstehenden Kosten der Einrichtung und der Vorhaltung der Räumlichkeiten sind anteilmäßig als Betriebsausgaben geltend zu machen.

Entscheidend ist nicht der Standort des Arbeitsgerätes (z.B. Computer) sondern die Nutzung für Praxisbedingte Aufgaben.


C2. davon Personalausgaben

Zu nennen sind alle Personalkosten für Aushilfen und Angestellte inkl. gezahlter Sozialleistungen und sonstiger Zuwendungen.


C4. davon Raumkosten insgesamt

Bitte nennen Sie hier alle steuerlich relevanten Raumkosten, Miete, sowie Nebenkosten.

Sollten sich Behandlungsräume oder Teile der Praxis in in Eigentum befindlichen Gebäudeteilen befinden und sind so z.B. keine Mietkosten absetzbar, geben Sie diese Besonderheiten bitte an.


D. Sonstige Betriebseinnahmen und -ausgaben (nur sofern nicht unter B und C enthalten) in Euro


Hier werden die Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben bei Gemeinschaftspraxen oder Beteiligungsverlust bei Laborgemeinschaften erfragt – befragen Sie hierzu Ihren Steuerberater.


Sondererhebung zur Kostenstrukturanalyse 2006


F. Arbeitsbelastung des Praxisinhabers im Jahr 2006


(A) Patientenbezogene Arbeitszeit: Hier sind Behandlungszeiten, Zeiten für Aufzeichnungen, Berichte an den Gutachter und Antragstellung, Patientenbezogene Telefonate mit Patienten, Bezugspersonen, Ärzten sowie Supervisionen oder Intervisionen einzutragen. Erreichbarkeitszeiten für Patienten sind ebenso Patientenbezogene Arbeitszeit. Alle Zeiten beziehen sich auf Patientenbezogene Arbeitszeit bezüglich GKV Versicherter wie auch Privat Versicherter.


(B) sonstige Arbeitszeit: Zu nennen sind hier alle Praxisverwaltungsarbeiten. Das sind Praxisorganisation, Abrechnung und Rechnungsstellung, sowie die Daten- und Softwarepflege. Zeiten für Einkäufe für den laufenden Praxisbetrieb (Post, Einkauf von Büromaterial, Blumen, Reinigungsmitteln, Kauf von Einrichtungsgegenständen) oder Reinigungs- oder Renovierungsarbeiten sind hier zu nennen. Sonstige Arbeitszeit ergibt sich durch die Sichtung der Praxispost, das Lesen von Fachzeitschriften und -büchern oder durch Weiterbildung oder berufspolitische oder fachliche Information.


Die Addition von (A) und (B) ergibt die durchschnittliche wöchentliche Gesamtarbeitszeit die zur Aufrechterhaltung des Praxisbetriebes in und außerhalb der Praxisräume aufgebracht wird. In der Regel belaufen sich die Arbeitszeiten ohne Patientenkontakt auf ca. 30 bis 35 % der Gesamtarbeitszeit.

Anzahl der Arbeitswochen im Jahr: Diese belaufen sich in der Modellrechnung des BSG auf 43 Wochen. Zu beachten sind mögliche Abzüge durch Ruhenszeiten der Praxis, spätere Praxisgründung etc.


G. Arbeitsbelastung und Anzahl des Praxispersonals im Jahr 2006 und im Vorjahr 2005


Das Praxispersonal ist anzugeben, ohne die Mitarbeit des Praxisinhabers und ohne Reinigungspersonal. Wohl aber zu nennen ist der Arbeitseinsatz z.B. mithelfender Familienangehöriger.



Münster, den 19.11.07 Gebhard Hentschel“