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AOK Nordost - Telefonate mit der Praxishilfe statt Psychotherapie


10.06.16 (KF) Krankenkassen nutzen zunehmend Psychotherapie- Surrogate, um die Arbeitsfähigkeit ihrer psychisch erkrankten Versicherten wenigstens kurzfristig wieder herzustellen. Das leidige Veovita- Programm, in dem TK- Versicherte ohne einen einzigen persönlichen Kontakt von einem "Veovita -Berater" telefonisch jede Woche bearbeitet werden, hat Zuwachs bekommen. Die AOK Nordost hat mit einem n.n.b. hausärztlichen Netz in M-V einen Vertrag geschlossen, wie einer Meldung der Ärztezeitung vom 31.5.16 zu entnehmen ist. Danach übernehmen Hausärzte, Praxishilfen und "moodGYM" die psychotherapeutische Diagnostik und Therapie leicht und mittelschwer depressiv erkrankter Patienten. 

Sollte das nicht fruchten, soll sich der Patient beim Centrum für Gesundheit der AOK in Berlin zur Psychotherapie vorstellen. Dort befindet sich ein "Institut für psychogene Erkrankungen", Leiter ist ein ärztlicher Psychotherapeut, zu den übrigen Mitarbeitern ist nichts ausgesagt. 

Ich habe wegen des Problems der von den Krankenkassen so genannten "niedrigschwelligen Angebote" Kontakt zur Kammerpräsidentin der OPK, Andrea Mrazek aufgenommen und sie hat mir zugesichert, dass dieses Thema in die Tagesordnung des Länderrates der Kammern in 2 Wochen aufgenommen wird. Darüber hinaus werden wir weitere Schritte besprechen. Auch auf der heute beginnenden Delegiertenversammlung der DPtV werden wir zu möglichen Maßnahmen diskutieren. Nach meiner Meinung muss neben der Prüfung rechtlicher Möglichkeiten dringend die Öffentlichkeit über diese um sich greifenden Pseudo- Psychotherapie- Angebote informiert werden. 



Link zur Pressemitteilung der AOK